Heimat versus Metropole: Wo studiert es sich am besten?

Auf das Abitur folgt für Studieninteressierte die Qual der Wahl: Welche Uni ist die richtige? Oft wirken die großen Unis und Hochschulen aus Deutschlands Metropolen verlockend. Doch ist das Studieren in Berlin, Hamburg und München wirklich erfüllend – oder sind die Lausitzer Hochschulen inzwischen eine gute Alternative? Wir haben die Daten des Bewertungsportals studycheck.de ausgewertet und vergleichen die BTU Cottbus-Senftenberg und die Hochschule Zittau-Görlitz mit den Technischen Universitäten aus Berlin, Hamburg und München. Insgesamt 20 Kriterien aus fünf Kategorien stellen wir gegenüber, vergeben werden Smileys auf einer Skala von 1 bis 5. Es zeigt sich: Die Lausitzer Standorte können locker mithalten und haben manchmal sogar die Nase vorn.

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Blick in eine Lehrveranstaltung an der Hochschule Zittau-Görlitz – hier können sich Profs bei Bedarf ausgiebig Zeit für ihre Studierenden nehmen. Foto: HSZG

Einmalig gutes Betreuungsverhältnis
Ein Punkt, in dem die Lausitzer Hochschulen besonders positiv hervorstechen, ist die einmalig gute Betreuungsquote. Auf die rund 6.800 Studierenden der BTU Cottbus-Senftenberg kommen insgesamt 185 Professor*innen, was ein hervorragendes Betreuungsverhältnis von 1 zu 37 bedeutet. Zum Vergleich: An der TU München muss sich ein Prof um doppelt so viele Studis kümmern (1 zu 73). Die TU Hamburg (1 zu 92) und Hamburg (1 zu 85) stehen noch schlechter da. Die Hochschule Zittau-Görlitz kann den Spitzenwert der BTU mit einer Quote von 1 zu 28 wiederum sogar noch toppen. Für angehende Studierende wie dich bedeutet das: Dein Prof hat immer ein offenes Ohr für dich und du kannst einfach an spannenden Projekten teilhaben. Anonymität ist in der Lausitz Fehlanzeige!

Fazit
Sicher haben alle Unistädte und ihre jeweiligen Unis und Hochschulen individuelle Vor- und Nachteile. An der BTU und der HSZG kannst du ein hochwertiges Studium genießen und findest schnell Freunde. Die Qualität der Lehrinhalte steht der in Metropolen in nichts nach, im Gegenteil: Aufgrund der geradezu explodierenden Wissenschaftsansiedlungen in der Boomregion Lausitz bist du sogar näher dran an renommierten Forschungsprojekten. Im Gegensatz zu Hamburg, Berlin und München sind zudem Wohnraum und Lebensunterhalt erschwinglicher. Für detaillierte Informationen zum Studienangebot, dem Campusleben und der Region Lausitz sowie entsprechenden Kennenlernformaten setzt du dich am besten mit der Studienberatung der BTU und der HSZG in Verbindung:

Studienberatung der BTU
Studienberatung der HSZG

Das sagen aktuelle Studierende der BTU zu ihrer Studienerfahrung:

Architektur-Studentin Laura über ihr BTU-Studium:

Würdest du dich erneut für die BTU entscheiden?
Auf jeden Fall! Die BTU ist zwar im Gegensatz zu anderen Unis eine recht kleine Uni, aber genau das ist das Schöne daran. Die Professoren kennen dich und du kannst bei Fragen jederzeit zu Ihnen kommen. Und selbst auf dem Campus trifft man seine Kommilitonen immer wieder. Diese familiäre Atmosphäre schätze ich wirklich sehr!

Welchen Tipp würdest du angehenden Erstis mit auf Weg geben, um schnell Anschluss zu finden?
Da an der BTU viele junge Menschen aus Berlin und Umgebung studieren, die auch pendeln, gebe ich den Tipp wirklich nach Cottbus zu ziehen, um das Leben in der Stadt mitzubekommen. Die Wohnungen in Cottbus sind sehr preiswert und vor allem in einer WG zu leben bietet einen solchen Mehrwert für das Studentenleben!

Was ist dein Lieblingsplatz auf dem Campus bzw. im Umfeld?
Da ich Architekturstudentin bin, gibt es für mich keinen besseren Ort als das Atelier. Mit dem Atelier bringe ich so viele Erinnerungen in Verbindung. Egal ob nächtelanges Durcharbeiten, Präsentationen oder ein gemütliches Beisammensitzen nach getaner Arbeit. Dort hat man schon so viel Verrücktes erlebt und ich will diesen Ort nicht missen müssen. Für uns Studenten der Fakultät 6 ist es wie unsere zweite Wohnung.

Laura Chichowitz, Master Architektur, 1. Semester

Mathematik-Studentin Tabea über ihr BTU-Studium:

Würdest du dich erneut für die BTU entscheiden?
Ja, auf jeden Fall! Die BTU hat mich damals überzeugt, weil sie mir bereits an einem Infostand das Gefühl gegeben hat, dass sie mich unbedingt kennenlernen wollen. Das hat sich dann auch im Studium bestätigt. Die BTU hat sehr wenig Studierende, weshalb eine super Betreuung möglich ist. Egal welche Probleme oder Fragen auftreten, jeder ist gewillt zu helfen.
Auch die Lehre hat meiner Meinung nach ein sehr gutes Niveau. Wegen der wenigen Teilnehmer in den Kursen ist eine fast individuelle Betreuung möglich. Außerdem muss man nie auf eine Warteliste, um Module besuchen zu können. In einigen Bereichen können sogar die Studierenden Vorschläge für Vorlesungen machen, die dann von den Professoren bei genug Interessenten umgesetzt werden.

Was ist dein Lieblingsplatz auf dem Campus bzw. im Umfeld? Das ist eine sehr schwere Frage. Es gibt so viele schöne Plätze. Meine Pausen habe ich am liebsten in dem Liegestuhl in der Mitte vom Campus verbracht. Zum Lernen bin ich gerne in die 6. Etage vom IKMZ gegangen, weil man von dort einen super Blick über Cottbus hat.
Gerade im Sommer sind die vielen Seen in der Umgebung von Cottbus perfekt für eine Abkühlung geeignet. Auch die Senftenberger Seenplatte oder der Spreewald bieten eine perfekte Ablenkung zum Uni-Alltag.

Tabea Werger, Master Mathematik, 4. Semester

BauIng-Student Leo über sein BTU-Studium:

Würdest du dich erneut für die BTU entscheiden?
Die BTU hätte wieder eine große Chance bei mir, vor allem mit dem Wissen und den Erfahrungen die ich jetzt habe. Es ist eine schöne kleine Uni, sie ist ziemlich modern, es gibt gute Fachräume und gutes Lehrpersonal. Dadurch dass die Uni so klein ist, nehmen sich die Lehrenden Zeit, mit einem einzelne Probleme zu besprechen. Und auch ein Semester einmal auszusetzen, ist gar kein Problem. Man kann hier wunderbar sein Leben leben und studieren, und das günstig und ziemlich genial.

Welchen Tipp würdest du angehenden Erstis mit auf Weg geben, um schnell Anschluss zu finden? Erstis rate ich, in der Präsenzlehre in jeder Vorlesung und in jeder Übung einfach neben jemand Fremden zu sitzen und sich vorzustellen. Setz’ dich in einer Vorlesung neben Person A und in der nächsten neben Person B, und nicht neben Leute die du kennst. Es wird sich später herauskristallisieren, welche dieser Kontakte wichtig sind und welche nicht. Für Corona wäre mein Tipp: Guck dir an, mit wem du zusammen im Chat bist und schreib die alle einfach an.

Was ist dein Lieblingsplatz auf dem Campus bzw. im Umfeld? Da würde ich auf jeden Fall das FabLab nehmen, weil da kannst du für einen sehr geringen Mitgliedsbeitrag wahnsinnig viele Werkzeuge benutzen, von 3D-Druckern über eine Holzfräse bis hin zur Nähmaschine.

Leo Koppe, Bachelor Bauingenieurwesen, 10. Semester