Daniela Schob und Philipp Maasch wollen einen innovativen Lärm-Minimierer auf den Markt bringen.

Endlich Ruhe im Büro – dank dem Silencemaker!

Rund 55 bis 60 Dezibel laut sind die Umgebungsgeräusche in einem Großraumbüro. Bei anspruchsvollen Tätigkeiten wie Programmieren, Sachbearbeitung oder wissenschaftlichem Arbeiten kann das schnell störend werden, denn schon ab 45 Dezibel leidet die Konzentration. Mit dem Silencemaker wollen die beiden BTU-Mitarbeitenden Daniela Schob und Philipp Maasch das Problem des Bürolärms lösen. Das Gerät soll auf Knopfdruck Stille in eigentlich lauten Umgebungen erzeugen. Mit dem Konzept überzeugten sie im März bereits die Jury des „innofab_“-Wettbewerbs, der unter anderem vom Startup Revier EAST veranstaltet wurde. Wie der Silencemaker genau funktionieren soll, erzählen die beiden im Interview.

Der Silencemaker soll im Bereich um den Anwender herum Lärm eliminieren. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Daniela Schob: Die Idee kam mir eines Morgens, als ich mal wieder vom Straßenlärm geweckt wurde. Ich wohne an einer Kopfsteinpflasterstraße, und wenn früh die Autos losfahren, kann ich nicht mehr schlafen. Ich habe dann meinem Kollegen Philipp Maasch davon erzählt.
Philipp Maasch: Wir haben zusammen überlegt, was man da machen kann. Immerhin betrifft das viele Menschen, die in urbanen Gebieten wohnen. Bisher gibt es lediglich Noise-Cancelling-Kopfhörer, aber nichts Vergleichbares für die Umgebung.

Wie soll der Silencemaker genau funktionieren?

Daniela Schob: Der Silencemaker nimmt Umgebungsgeräusche und ihre Richtung auf, berechnet per Software das passende Gegensignal und sendet es in dieselbe Richtung zurück. Zwischen der Geräuschquelle und dem Silencemaker entsteht so ein ruhiger Raum.
Philipp Maasch: Dass das Prinzip funktioniert, konnten wir bereits in einem einfachen Versuch testen: Wir stellten zwei Lautsprecher gegenüber voneinander auf. Aus dem einen spielten wir einen Klang ab, aus dem anderen wiederum die entgegengesetzten Schallwellen. Zwischen die beiden Lautsprecher platzierten wir ein Mikrofon. Tatsächlich konnten wir feststellen, dass sich beide Tonsignale gegenseitig auslöschten und es leiser wurde.

Was für einen Klang habt ihr dafür verwendet?

Philipp Maasch: Den passenden Klang haben wir bei YouTube gefunden. Wir hatten dort nach Straßenlärm gesucht.

Welche Geräusche im Alltag findet ihr störend?

Daniela Schob: Neben dem Lärm einer lauten Straße sind auch Bahntrassen oder Flugschneisen oft störend. Auch in allen möglichen Büroformen kann unser Silencemaker zum Einsatz kommen, dazu zählen neben Großraum- ebenso Heimbüros.

Wie viel Dezibel soll der Silencemaker in solchen Situationen absorbieren können?

Philipp Maasch: Unser Ziel ist es, an die Qualität von Noise-Cancelling-Kopfhörern heranzukommen. Sie schaffen eine Lautstärkereduzierung von etwa 30 Dezibel.

Wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung und wann kann mit mit eurem Markteintritt rechnen?

Daniela Schob: Wir arbeiten momentan an einem Prototypen, der die Form einer etwa 20 Zentimeter großen Kugel haben soll. Mehr wollen wir dazu noch nicht verraten, denn mit unserem Projekt sind auch aufwändige Patente verbunden. Aber wir werden auf jeden Fall innerhalb der nächsten zwei Jahre wieder von uns hören lassen 😉

Wir danken für das Interview.

Hört hört! Für das Cover der aktuellen Ausgabe durften wir im IKMZ einmal ordentlich Lärm machen. Mithilfe des Silencemakers könnte man in einer solchen Situation trotzdem in Ruhe arbeiten.